Herstellung und Eigenschaften
Die grundlegenden Rohstoffe für die Produktion keramischer Erzeugnisse sind Sand, Schamotte, natürliche Tone, Feldspat, weitere mineralische Zusätze und Quarzsand.
Obwohl sich die Ausgangsmaterialien keramischer Produkte stark ähneln, könnte das Endprodukt nicht unterschiedlicher sein.
Am einfachsten wäre es, wenn man zwischen zwei Gruppen unterscheidet. Auf der einen Seite gibt es die Grobkeramik, zu dieser zählen z.B. Spaltplatten, Klinker und Formteile. Auf der anderen hätten wir die Feinkeramik, zu welcher man z.B. in Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug zählt.
Obwohl sich die Rohstoffe ähneln, gibt es große Unterschiede beim Formgebungsverfahren und der Brenntemperatur.
Grobkeramik wird, wie der Name schon sagt, mit etwas gröberen Rohstoffen produziert als die Feinkeramik. Auch das Formgebungsverfahren unterscheidet sich grundlegend.
Während bei der Feinkeramik die fertige Masse mit hohem Druck in liegende Formen gepresst wird, wird bei der Grobkeramik mittels Presse das Material zu einem langen Strang geformt und auf gewünschter Länge abgeschnitten.
Um diese beiden Verfahren mit den Worten einer Backbegeisterten vereinfacht zu beschreiben: Bei der Feinkeramik wird der fertige Kuchenteig in die Backform gegeben, bei der Grobkeramik stellt man Spritzgebäck her, wo der Teig zuvor durch den Fleischwolf muss.
Grobkeramik muss aufgrund der hohen Feuchtigkeit vor dem Brennen getrocknet werden, Feinkeramik kann direkt in die Brennöfen gegeben werden.
Feinkeramik
Steingut
Steingutfliesen, allgemeinhin als Wandfliesen bekannt, gehören in die Kategorie der Feinkeramik. Sie werden bei vergleichsweise geringen Temperaturen zwischen 850 und 1.000 °C gebrannt, wodurch sie die höchste Wasseraufnahme haben. Genauer gesagt, können Sie ca. 10% ihres Gewichtes an Wasser aufnehmen. Sie sind für den Innenbereich als Wandverkleidung angedacht und nicht frostsicher. Steingutfliesen sind immer glasiert.
Quelle: agrob-buchtal.d
Steinzeug
Steinzeug wird bei höheren Temperaturen als Steingut gebrannt und hat daher eine Wasseraufnahme von unter 3%. Durch diese Eigenschaft kann Steinzeug sowohl im Innen- wie auch im Außenbereich an Boden und/oder Wand verlegt werden.
Steinzeug ist glasiert wie auch unglasiert erhältlich. Unglasierte Fliesen haben aufgrund fehlender Glasur eine höhere Rutschhemmung, die Poren sind dadurch offen, was sie anfälliger für Öle und Fette macht. Dies kann aber mit einer Imprägnierung verhindert werden.
Glasiertes Steinzeug lässt sich durch eine geschlossene glattere Oberfläche leicht reinigen, ist jedoch anfälliger für mechanische Belastungen.
Quelle: agrob-buchtal.de / Foto: Jochen Stüber
Feinsteinzeug
Feinsteinzeug wird bei ca. 1.200 Grad gebrannt. Mit einer Wasseraufnahme von unter 0,5% eignet es sich für den Innen- und Außenbereich an Boden und Wand.
Obwohl der Boden sehr widerstandsfähig ist und sich auch für öffentliche Bereiche eignet, kann es bei einem heruntergefallenen schweren Gegenstand doch einmal passieren, dass ein kleines Stück abplatzt. Achten Sie daher beim Kauf darauf, dass Sie zu einem durchgefärbtem Feinsteinzeug greifen. Das bedeutet, dass der Scherben der Fliese dem Grundton der Oberfläche entspricht. Ist dies der Fall, fällt Ihr kleines Malheur niemandem auf.
Quelle: agrob-buchtal.de
Grobkeramik
Klinkerplatten
Klinkerplatten sind meist dicker als die restlichen Fliesen. Dadurch sind sie besonders langlebig - fast schon unverwüstbar - und eignen sich perfekt für die Industrie und Gastronomie. Sie sind öl-, säure- und laugenbeständig und haben kein Problem damit, wenn ein Gabelstapler über sie fährt.
Spaltplatten
Spaltplatten werden als Zwillinge Rücken an Rücken hergestellt und nach Produktionsende getrennt, voneinander gespalten sozusagen. Durch dieses Verfahren haben Sie eine gerillte Rückseite.
Diese Platten sind frostbeständig und schmücken daher häufig im Außenbereich Balkone und Terrassen, können aber selbstverständlich auch im Innenbereich verlegt werden.
Quelle: agrob-buchtal.de / Foto: Andreas Freytag