Ein Heim mit hohem Einbruchsschutz gibt ein gutes Gefühl von Sicherheit. Gerade bei Abwesenheit ist es wichtig, die eigene Wohnung vor Einbrechern zu schützen. Die Nachrüstung von Häusern mit moderner und umfangreicher Sicherheitstechnik ist jedoch teuer, sodass Eigenheimbesitzer solche Maßnahmen häufig aufschieben. Wer jedoch über die Möglichkeiten zur staatlichen Förderung und Finanzierung Bescheid weiß, kann sich die Investitionen erleichtern.
Der KfW-Kredit 159 als Option für die Finanzierung des Einbruchsschutzes
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, bietet mit dem Kredit 159 ein spezielles Programm, das für die Finanzierung von Umbaumaßnahmen im Bereich der Verbesserung des Einbruchsschutzes ausgelegt ist. In Anspruch nehmen können diesen Kredit mit vorteilhaften Konditionen Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Bauträger, Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften. Privatpersonen können sowohl als Eigentümer als auch als Mieter den KfW-Kredit 159 erhalten.
Welche Maßnahmen im Rahmen des Einbruchsschutzes sind förderfähig?
In den Vorgaben zum KfW-Kredit 159 ist genau festgelegt, für welche Maßnahmen im Rahmen des Einbruchsschutzes der Kredit beantragt werden kann. Wichtig ist, dass ein Fachunternehmen die Maßnahmen ausführt. Diese beginnen bei der Nach- oder Umrüstung von Türen. Unter die Definition fallen zum Beispiel Zusatzschlösser oder intelligente Türschlösser. Abgedeckt sind Türen und Tore von allen Wohnungsbereichen sowie Nebengebäuden. Ebenfalls ist über den KfW-Kredit die Finanzierung der Nachrüstung von einbruchssicheren Fenstern möglich. Hier zählen alle vorhandenen Fenster inklusive Rollläden, Lichtschachtabdeckungen und Gitter zu den förderfähigen Maßnahmen.

Ein kompletter Austausch der Fenster fällt hingegen nicht in den Rahmen des KfW-Kredits 159. Für solche umfassenden Sanierungsmaßnahmen gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die separate Fördermittel bereitstellt. Hier steht jedoch nicht der Einbruchsschutz im Fokus, sondern die Verbesserung der Energieeffizienz.
Weiterhin ist es mit dem KfW-Kredit 159 möglich, Einbruch- und Überfallmeldeanlagen zu finanzieren. Dieser Bereich deckt das gesamte Spektrum von Systemen dieser Art ab und reicht bis hin zu vernetzten Lösungen im Smart Home sowie den Kosten für die Anschaffung von Anwendungen. Ausgeschlossen sind hingegen Geräte, die indirekt zur Steuerung oder dem Zugriff auf das Smart Home dienen. Das sind zum Beispiel ein Tablet oder ein Smartphone.
Zusätzlich gibt es technische Mindestvoraussetzungen, die von den eingebauten Lösungen erfüllt sein müssen. Die KfW informiert über diese Mindeststandards in einem eigenen Merkblatt. Zudem stehen Sachverständige zur Verfügung, die vorab eine Beratung durchführen. Auch polizeiliche Beratungsstellen informieren über mögliche sowie sinnvolle Maßnahmen zum Einbruchsschutz. Zu unserem Sortiment zählt ein breites Spektrum an Technik aus dem Bereich Einbruchs- und Überfallschutz, die diese Mindestvorgaben erfüllen.
Wie hoch sind die Fördermittel und was sind die Konditionen?
Über den KfW-Kredit 159 können maximal 50.000 Euro beantragt werden. Diese Grenze gilt pro Wohneinheit. Dementsprechend können Wohnungseigentümergemeinschaften auch mehrere Kredite mit einem höheren Gesamtvolumen beantragen, sofern getrennte Wohneinheiten vorhanden sind. Wichtig ist, dass die Anträge bei der KfW vor Beginn der Maßnahmen sowie auch vor dem Abschluss von Verträgen eingereicht werden.
Beim KfW-Kredit 159 haben Kreditnehmer die Wahl zwischen einem klassischen Annuitätendarlehen und einem Darlehen mit endfälligem Datum. Als endfälliges Darlehen ist eine Laufzeit zwischen vier und zehn Jahren wählbar. Im Verlauf erfolgt ausschließlich die Zahlung der auflaufenden Zinsen. Mit Ablauf der Laufzeit ist dann die gesamte Kreditsumme in einer Rate fällig. Bei dieser Variante liegt der effektive Jahreszins 2023 bei 3,58 Prozent.
Nehmen Bauherren den KfW-Kredit 159 in Form eines Annuitätendarlehens in Anspruch, besteht mehr Freiheit bei der Wahl der Laufzeit. Diese beträgt mindestens vier und höchstens 30 Jahre. Beim Annuitätendarlehen erfolgt eine kontinuierliche Tilgung der Schuld, wobei auch Tilgungsfreijahre zur Verfügung stehen. So können Darlehensnehmer bei den kürzeren Krediten ein oder zwei Jahre ohne Tilgung wählen und sich bei Laufzeiten ab 20 Jahren sogar für bis zu fünf tilgungsfreie Jahre entscheiden. Der effektive Jahreszins schwankt, abhängig von den konkreten Konditionen sowie der Laufzeit, zwischen 2,57 und 3,53 Prozent im Jahr. Gleiches gilt für die Zinsbindung. Diese ist an die Laufzeit gebunden und liegt zwischen fünf und maximal zehn Jahren. Nach Ablauf der Zinsbindung können sich die Konditionen somit an die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten anpassen.

Die Auszahlung beim KfW-Kredit 159 verläuft ebenfalls anders als bei normalen Ratenkrediten. Nach der Zusage durch die KfW-Bank werden die Finanzmittel bereitgestellt. Ab der Bereitstellung hat der Kreditnehmer zwölf Monate Zeit, diesen in Anspruch zu nehmen. Solange der Kreditrahmen nicht beansprucht wird, fallen noch keine Zinsen an und auch die Laufzeit beginnt erst mit Inanspruchnahme. Dabei ist auch eine Bereitstellung in Teilbeträgen möglich. Auf diese Weise lassen sich Kosten direkt dann decken, wenn diese anfallen, also durch die Rechnungen der Handwerker.
Wie lässt sich der KfW-Kredit 159 beantragen?
Die Beantragung folgt einem klaren Muster. Den Kredit beantragen Bauherren nicht direkt bei der KfW, sondern über die eigene Hausbank oder einem Finanzvermittler. Diese dienen als Partner für den eigentlichen Kreditvertrag. Die Mittel und die Konditionen kommen hingegen über die Hausbank von der KfW.
Der erste Schritt ist jedoch die Planung der Maßnahmen. Für die Beantragung des KfW-Kredits 159 ist eine Fachunternehmerbestätigung erforderlich. Das entsprechende Dokument ist online auf der Webseite der KfW-Bank erhältlich und wird vom Fachunternehmen, das die Baumaßnahmen ausführt, ausgefüllt. Anschließend erhält der Kreditnehmer die ausgefüllte Fachunternehmerbestätigung für die weitere Verwendung. Das Dokument lässt sich dann über das KfW-Zuschussportal hochladen oder wird dem Kreditantrag beigefügt.
Entscheidend für die Bewilligung der Kreditmittel ist, dass der Antrag vor Beginn der Maßnahmen gestellt wird. Nachträgliche Anträge für die Finanzierung lehnt die KfW ab.
