Dusch- und Badewannen in den unterschiedlichsten Einbausituationen sind Bestandteil nahezu eines jeden Badezimmers. Beim Bau eines neuen Badezimmers sorgten die notwendigen Abdichtungsarbeiten im Bereich der Wanne in der Vergangenheit immer für reichlich Diskussionsstoff. Die im Juli 2017 in Kraft getretene DIN 18534 schafft hinsichtlich dieser existierenden Baustellenproblematik klare Fakten. Dusch- und Badewanne sind in das Abdichtungskonzept des Raumes mit einzubeziehen und schon bei der Planung zu berücksichtigen. Die Planung ist verantwortlich, alle beteiligten Gewerke zu koordinieren und damit eine erfolgreiche Ausführung der Abdichtungsarbeiten sicherzustellen.
8.5.2 Abdichtung von Bereichen unter/hinter Bade- oder Duschwannen:
Im Normentext heißt es unter: „… Bereiche unter/hinter Bade- oder Duschwannen sind vor Wassereinwirkung zu schützen."
Die Abdichtung ist folgendermaßen auszuführen: Anschließen des Wannenrandes an die Abdichtungsschicht, zum Beispiel mit Wannenranddichtbändern bzw. Zargen oder Fortführen der Abdichtungsschicht unter und hinter der Wanne ggf. mit Unterflur Entwässerung "… Dichtstofffugen am Wannenrand stellen keine Abdichtung dar. "… Unter/hinter Bade- und Duschwannen dürfen nur die erforderlichen Rohre und Leitungen geplant werden, die notwendig sind, um diese anzuschließen, wenn dort eine Abdichtung ausgeführt werden soll.“
Das neue Normenwerk fordert also klar eine wirksame Abdichtungsmaßnahme im Bereich der Dusch- oder Badewanne.
Die Norm gibt dem Planer zwei Lösungsansätze vor, von denen mindestens eine umgesetzt werden muss. Die Abdichtung mit bahnenförmigen oder flüssigen Abdichtungsstoffen hinter und unter der Dusch- oder Badewanne war bereits in der Vergangenheit eine praktikable Option auf der Baustelle. Eine gewissenhafte Ausführung scheiterte allerdings oft an der zeitlichen Koordination bzw. dem unzulänglichen Zusammenspiel der verschiedenen Gewerke. Die Einbindung der Dusch- oder Badewanne mittels Wannendichtbändern an die Raumabdichtung (jetzt genormte Verbundabdichtung) ist die eigentlich entscheidende Neuerung des Normenwerks DIN 18534. Die Wannen können als großes Einbauteil betrachtet werden, welches mit Wannendichtbändern und Formteilen wasserdicht an die Flächenabdichtung angeschlossen wird. Der entscheidende Vorteil bei dieser Ausführung ist, dass anfallendes Wasser erst gar nicht hinter oder unter die Dusch- oder Badewanne gelangen kann und somit auf eine Flächenabdichtung in diesem Bereich verzichtet werden kann.
Das Sopro WannenDicht-System
Abgeleitet aus den unterschiedlichen Einbausituationen sowie aus dem Blickwinkel eines Fliesenlegers und Abdichtungsprofis sowie einen Sanitärinstallateur wurde das Sopro WannenDicht-System entwickelt.
Im Vordergrund stand hierbei die Bereitstellung einer attraktiven Komplettlösung, bestehend aus Wannendichtband und dazugehörigen Formteilen, mit denen nahezu alle Einbausituationen auf der Baustelle gelöst werden können. Die leichte und unkomplizierte Verarbeitung zeichnet sich dadurch aus, dass die Formteile weich, flexibel und dünnschichtig sind. Dies ermöglicht eine komfortable Einarbeitung in die Abdichtmasse, ohne dass sich die verwendeten Systemkomponenten eigenwillig aus den fixierten Positionen herausziehen. Zusätzlich tragen diese nicht zu stark in der Abdichtungsschicht auf. Eine unerwünschte Schrägstellung der angrenzenden Fliesen an die Dusch- oder Badewanne wird dadurch verhindert und die später gewünschte Optik bleibt erhalten.
1. Sopro WannenDichtBand WDB 811
Weiches und flexibles Band mit selbstklebender, butylfreier Zone, welche nach dem Abziehen der Schutzfolie am Wannenrand aufgeklebt wird.
2. Sopro WannenDichtEcke WDE 812
Die selbstklebende Wannenecke ist aufgrund ihrer Geometrie an alle Wannenradien anpassungsfähig und ermöglicht trotzdem den leichten Einbau an die 90° Wandecke, ohne dass es zu widerspenstigen Zwängen beim Einbau kommt.
3. Sopro WannenDichtMultiecke WDM 813
Die selbstklebende Multiecke ist der Joker im System, da sich durch die Gummigelenke und deren Faltungsmöglichkeiten sehr viele dreidimensionale Anschlüsse an Wand und Estrich herstellen lassen.
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Arbeitsschritte:
Bewusst wurde darauf geachtet, dass sich mit dem Sopro WannenDicht-System nicht alle Funktionen (Abdichtung, Schallschutz, Schnittschutz) in einem erfüllen lassen. Diese Kombisysteme geraten in der Praxis schnell an Ihre Grenzen und sind mit einer Vielzahl von Nachteilen behaftet.
Schritt 1:
Die selbstklebenden, butylfreien Bänder und Formteile werden an dem gereinigten Dusch- oder Wannenrand (öl-, staub- und fettfrei) an vorgesehener Stelle positioniert und mittels Roller und Spachtel sorgfältig festgedrückt. Die Bänder und Formteile werden mindestens 50 mm weit überlappt. Die Stöße werden später beim eigentlichen Einbau in die Verbundabdichtung mit einem im System geprüften Stoß- und Überlappungskleber wasserdicht verbunden.
Bänder und Formteile werden nach dem Ankleben an den Wannenrand nach innen eingeschlagen und mittels Kreppband bis zum Einbau provisorisch fixiert.
Schritt 2:
Umlaufend an den Wannenrand wird nun das selbstklebende Schalldämmband (Sopro WannenDichtSchallschutz WDS 814) auf das WannenDicht-System mit leichtem Druck aufgeklebt.
Schritt 3:
Nachdem die Wanne am Einbauort positioniert ist, werden die Bänder und Formteile an die Wand- oder Bodenfläche angelegt und ausgerichtet.
Der Eindichtprozess mit dem im System geprüften Stoß- und Überlappungskleber kann nun erfolgen. Im Bereich der Stöße ist darauf zu achten, dass die Abdichtmasse flächig verteilt wird, damit nach dem Zusammendrücken eine wasserdichte Verklebung gegeben ist. Die von der Wand und dem Estrich kommende Verbundabdichtung wird nun flächig auf die Bänder geführt und normgerecht in zwei Schichten aufgetragen.
Schritt 4:
Nach Beendigung der Abdichtarbeiten und Trocknung der Produkte beginnt nun die Fliesenverlegung. Da in der späteren Nutzung des Badezimmers Materialverschleiß oder Ermüdung zu berücksichtigen sind, verweist das Normenwerk auf ggf. auszuführende Wartungsarbeiten, welche ohne Beschädigung der Abdichtungsschicht auszuführen sein sollen. Silikonfugen stehen hier besonders im Fokus, da sie doch immer wieder eines Austausches bedürfen. Damit eine Schädigung der dahinterliegenden Abdichtung verhindert wird, ist bei der Fliesenverlegung nun das Sopro SchnittSchutzBand SB 113 über Bewegungsfugen und an anderen sensiblen Stellen einzulegen.
Bewusst sind alle Einbauschritte getrennt. Somit erlauben sie in der Ausführung auf der Baustelle mehr Handlungsspielraum und erleichtern den Einbau. Das Sopro Wannen Dicht-System bietet somit maximale Sicherheit bei der Abdichtung im Übergang zwischen Wanne und Flächenabdichtung.